Berlins Regierender Bürgermeister erinnert an Kirchensprengung

Sprengung der Versöhnungskirche in Berlin am 28. Januar 1985.

© epd-bild / Versöhnungsgemeinde

Die Sprengung des Turms der Versöhnungskirche nahe der Bernauer Straße im Berliner Stadtteil Mitte am 28. Januar 1985. Das Schiff war bereits sechs Tage zuvor, am 22. Januar 1985, auf Geheiß der DDR-Führung zur "Bereinigung des Mauerstreifens" von DDR-Grenztruppen gesprengt worden.

Berlins Regierender Bürgermeister erinnert an Kirchensprengung
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat an die Sprengung der Versöhnungskirche auf dem früheren Todesstreifen vor 35 Jahren erinnert. Die Kirchensprengung durch die Machthaber der DDR sei "eine bittere Stunde für die Gemeinde und darüber hinaus für unsere ganze Stadt" gewesen, sagte Müller am Freitag in Berlin.

Anlässlich des bevorstehenden 35. Gedenktages dankte er Versöhnungsgemeinde, Mitgliedern und Pfarrern für ihren Einsatz, "dass das Leid, der Schmerz und die Opfer der Teilung nicht vergessen werden".

Am 22. Januar 1985 veranlasste die DDR-Regierung die Sprengung der Kirche und sechs Tage später auch des Turmes. Am kommenden Sonntag soll mit einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung an die Ereignisse erinnert werden.

Kirche im Grenzstreifen

"Die Versöhnungsgemeinde und ihre Kapelle der Versöhnung in unmittelbarer Nähe zur Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße sind Jahr für Jahr am 13. August und am 9. November unser Ort des Gedenkens an Mauerbau und Mauerfall und vor allem an die Opfer der Teilung unserer Stadt und unseres Landes", sagte Müller.

Die 1894 eingeweihte neugotische Versöhnungskirche in der Bernauer Straße stand nach dem Mauerbau 1961 genau auf dem Todesstreifen zwischen Ost- und Westberlin. DDR-Grenztruppen nutzten den Kirchturm als Geschützstand. Auf dem Fundament der alten Versöhnungskirche wurde im Jahr 2000 die Kapelle der Versöhnung eingeweiht. Sie ist Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer.

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